Grau – die Farbe der Transformation

Graue Autos, graue Sofas, graue Mäntel, graue Fahrräder – wohin auch immer das Auge blickt, es wird durch die Nichtfarbe grau entreizt. Als hätten sich alle Designer, Produktentwickler und Marketingspezialisten darauf geeinigt, einen farblichen Schongang einzulegen.  Farbexperten sagen grau steht für Sicherheit, für Erfolg, für Seriosität. Vielleicht sind deshalb Anzüge bevorzugt grau. Und hat deshalb Armani in den 90er Jahren die Farbe greige – eine Mischung zwischen grau und beige kreiert. Erklärend ist das aber für den durchschlagenden Erfolg der Farbe bei weitem nicht. Grau ist ein Sinnbild unseres gesellschaftlichen Zustands: Ein Mischton zwischen schwarz und weiß – ein sowohl als auch, differenziert und jenseits des Plakativen. Ein Zwischenton, der die beiden Pole Natur und Technik vereint – und so die Transformation ins digitale Zeitalter begleitet. Grau ist sich selbst genügsam – es sucht nicht den Schrei nach Aufmerksamkeit.  Produkte in grau? Nüchtern und ehrlich, denn nichts lenkt den Blick ab von der Ausführung, dem Material und der Formensprache. Vielleicht ist deshalb die Farbe unter wahren Designliebhabern so begehrt.

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