Variowohnungen — Architektursoziologische Evaluation

Quelle: Innovationsprogramm Zukunft Bau

Variowohnungen — Architektursoziologische Evaluation

Ausgangssituation

Seit geraumer Zeit wächst in Deutschland die Anzahl der Studierenden. Die Kultusministerkonferenz rechnet in ihren Prognosen mit einem weiterhin hohen Niveau. Die Nachfrage nach entsprechendem Wohnraum, insbesondere in Ballungsgebieten, ist enorm, wodurch sich auch die Lage auf den angespannten Wohnungsmärkten verschärft. Neben dem Anstieg der Studierendenzahlen wächst die Nachfrage nach ähn­lichen Wohnformen auch durch die steigende Anzahl von Rentnern und anerkannten Flüchtlingen in den Metropolregionen. Von daher ergibt sich ein Bedarf an sog. Variowohnungen, die bei hoher architek­tonischer und wohnlicher Qualität flexibel nutzbar und deren Mieten zugleich auf die Bedürfnisse geringer Einkommensbezieher abgestimmt sind.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) im Rahmen des Innovationsprogramms Zukunft Bau das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) mit dem Förderprogramm Variowohnungen beauftragt. Im dem Forschungsprogramm sind 19 Projekte gemeinschaftlichen Wohnens aus der gesamten Bundesrepublik vertreten. Neben Neubauprojekten finden sich zahlreiche Vorhaben, die Umnutzungen und neue Ideen im Bestand umsetzen (s. die Kurzbeschreibungen der Modellvorhaben). Ziel der Förderung ist es, durch die Forschung Grundlagen für die Weiterentwicklung und die nachhaltige Nutzung von Variowohnungen zur Verfügung zu stellen.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts Variowohnungen erfolgt auf zwei Ebenen: Zum einen wird jedes Modellvorhaben durch eine forschende Einrichtung wissenschaftlich begleitet (Einzel­evaluation). Darüber hinaus nimmt ein vom BBSR beauftrag­tes Begleitforschungs­team eine projektübergreifende Querauswertung sämtlicher Modellvorhaben vor. Sie vergleicht die Projekte untereinander sowie mit realisierten vergleichbaren Vorhaben und entwickelt aus den Ergebnissen Handlungsempfehlungen.

Zur Begleitforschung gehört nach Fertigstellung der Objekte insbesondere auch die Bewertung der Einrichtungen im Betrieb. Das BBSR hat die Arbeitsgemeinschaft SR&E und DGJ Architektur damit beauftragt, im Rahmen einer Post-Occupancy-Evaluation (POE) die Vario-Modellprojekte architektursoziologisch zu untersuchen. Die gebauten und bezogenen Gebäude sollen aus der Nutzer- und Betreiberperspektive bezüglich ihres Einflusses auf Wohnqualität und Gemeinschafts­entwicklung be­wer­tet werden. Ziel ist es, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Konzepte heraus­zu­arbeiten und auf der Basis der Evaluation einen Leitfaden für die Entwicklung von Gemein­schafts­unterkünften zu erstellen.

Quelle: DGJ Architektur Frankfurt

Personen-Gebäude-Interaktion

Anders als bei her­kömmlicher Programmevaluation, bei der Effizienzgesichtspunkte im Vordergrund stehen, geht es hier also um die Wirkung auf eine bestimmte Lebensform—das Zusammenleben in Gemeinschaft—die von der gebauten Umwelt unterschiedlich begünstigt werden kann. Im Zentrum steht die Akzeptanz durch die Bewohner, ihr Wohlbefinden beim Wohnen. Die architektonische Gestalt des Gebäudes, der Raum­zuschnitt, Möblierung, Vorkehrungen für Privatheit und eine große Fülle weiterer äußerer Funktionen sind kausal­relevante Determinanten für das Wohn-Wohlbefinden. Aber auch „weiche“ Charakteristiken, die sozialen Merkmale der Gruppe selbst, die gemeinschaftlich zusammenlebt, sind zu berücksichtigen. Erst beides zusammen—die durch das Gebäude gegebenen Funktionen und die Gemeinschaftseigen­schaften—bestimmt die Qualität des gemeinschaftlichen Wohnens.

Untersuchungsgegenstände

Die Nutzungsevaluation der Variowohnungen richtet sich zunächst auf die Gebäude selbst: auf die Typologie der Konzepte, die materielle Umgebung, die Nachhaltigkeitsbe­wertung, Raumnutzung, differenzielle Aneignung und die bauliche Flexibilität. In Bezug auf die Ge­meinschaft, die das Haus bewohnt, stehen die konkrete Ausprägung des Gemeinschaftslebens, die Entwicklung und Struktur der Wohngemeinschaft, Wohnbedürfnisse, Nutzertypen, deren Wohnzufrie­denheit und das Housing Wellbeing im Vordergrund.

Quer zu diesen beiden in sich komplexen Themenblöcken sind die beteiligten Akteursgruppen zu berücksichtigen: die Nutzer, die Betreiber, die Planer. Daraus ergeben sich jeweils spezifische Sichtweisen, die im Rahmen der Analyse aufeinander bezogen werden müssen. Inwieweit haben sich die ursprünglichen Absichten der Planer umsetzen lassen und inwieweit werden die Ergebnisse von den Betreibern mit Leben erfüllt und von den Nutzern akzeptiert?

Quelle: Nuckel Architekten

Merkmale der Evaluation

Es handelt sich um eine externe Evaluation (d. h. die Förderinstitution nimmt keinen Einfluss). Vom Ablauf her ist sie summativ, findet also nach der Produkterstellung und ersten Nutzung statt. Außerdem hat die Evaluation zwei formale Ziele: die Einzelbewertungen der Objekte und ihre Vergleiche und die Formulierung von Handlungsempfehlungen.

Die Bewertungskriterien für die Evaluation ergeben sich aus den beiden Teilaspekten: die Qua­li­tät des Lebens in den Gemeinschaftswohnungen und der Prozess der Planung und des Betriebs der Objekte. Schließlich gehört zur Evaluation ein Evaluationsmodell. Wie und mit welchen Methoden werden die Daten für die Bewertung erhoben? Das Evaluationsmodell umfasst sieben Module zur schrittweisen Abarbeitung:

  1. Sichtung der Roh- und Sekundärdaten
  2. Austausch mit den Projekten
  3. Klassifizierung der Planungs- und Betriebskonzepte
  4. Erster Besuch der Gebäude (Vollerhebung)
  5. Onlinebefragungen
  6. Zweiter Besuch der Gebäude (Unterstichprobe)
  7. Entwicklung von Handlungsempfehlungen

Ergebnistransfer und Empfehlungen

Die Ergebnisse der Forschung sollen in Planungs- und Handlungsempfehlungen übersetzt werden. Aus Vorläuferprojekten wissen wir, dass weder die räumlich-architektonischen noch die sozialen-organisatorischen Strukturen und Prozesse für sich genommen hinreichende Erklärungen liefern für die Ausprägung des gemeinschaftlichen Wohnalltags, die Wohnqualität und damit für den Erfolg oder Misserfolg der Projekte. Die gelungene Umsetzung eines Konzepts erfordert vielmehr die Koordination einer Vielzahl von Entscheidungen und Prozessen auf unter­schiedlichen Ebenen, bei der Nutzer-, Planer- und Betreiberperspektiven Berücksichtigung finden. Als Modell zur Erfassung und Steuerung dieser Zusammenhänge wird eine Matrix von Entscheidungsebenen und Parametern (räumlich, organi­satorisch, sozial) angestrebt, mit der die Abhängigkeiten (hemmend, fördernd, neutral) dargestellt werden können.

Das Evaluationsteam

Die Arbeitsgemeinschaft SR&E und DGJ Architektur besteht aus einem interdisziplinären Forschungsteam aus Architekten und Sozialwissenschaftlern. Sie führen seit vielen Jahren im Bereich nachhaltiger und nutzerorientier­ter Wohnarchitektur gemeinsame Projekte durch. Zugrunde liegt die Überzeugung, dass das Wohnen der Zukunft nicht nur ressourcensparend, sondern auch bewohnerfreundlich gestaltet sein muss. Dabei gewinnt gemeinschaftliches Wohnen als Wohnform Bedeutung sowohl gesellschaftspolitisch, um der Vereinzelung und schwindenden Solidarität in einer zunehmend individualisierten Welt entgegen­zu­treten, als auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten.

Das Projekt „Architektursoziologische Evaluation der Modellvorhaben Variowohnungen“ wird von Professor Bernd Wegener und dem Frankfurter Architekten Hans Drexler geleitet.

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Charakter-Quiz: Welcher Schlaftyp bin ich?

Guter Schlaf gilt als Must-Have

So vielfältig die Schlafgewohnheiten der Menschen sind, so unterschiedlich ist auch die Gestaltung des Schlafzimmers. 2020 rückt der Aspekt der Wohngesundheit noch stärker in den Fokus – vor allem im persönlichsten aller Wohnbereiche, dem Schlafzimmer. Das Schlafzimmer wird zum „Wohnzimmer für das Ich“, einer ganz individuell gestalteten Rückzugsoase. Dabei geht es in erster Linie um hochwertige Betten und ergonomische Schlafsysteme, die für eine erholsame Nachtruhe sorgen – aber auch um eine ganzheitliche Schlafzimmereinrichtung, die exakt auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Möbel und Materialien mit angenehmer Haptik spielen in diesem Wohnbereich eine besonders wichtige Rolle. Zu den Wohlfühlmöbeln für das Schlafzimmer zählen auch Boxspringbetten, die mit Komfort punkten. Gefragt sind außerdem Möbelstücke, die den Raum mit zusätzlichen Funktionen aufladen: So bietet das neue, wohnliche Schlafzimmer auch Platz für eine Sitzecke mit Sessel, einen Schminktisch oder ein kleines Homeoffice. Früher wurde das Schlafgemach nur nachts zum Schlafen genutzt – doch diese Zeiten sind vorbei. Dank der hohen Aufenthaltsqualität und ausgeprägten Wohnlichkeit lädt das Schlafzimmer nun zum längeren Verweilen ein.

Ein aktueller Gegentrend zu den minimalistischen Einrichtungsstilen der vergangenen Jahre ist „Neo déco“, die Neuauflage des Art déco-Stils. Die neue Eleganz spiegelt sich in luxuriösen Materialien, edlen Oberflächen und satten Farben wider. Bei den Wohntrends 2020 kommt insgesamt mehr Farbe ins Spiel: vom kräftigen Blau bis zu soften Pastellnuancen.

Welcher Einrichtungsstil Ihren Schlafgewohnheiten entspricht, erfahren Sie hier:

Typ A: Der Traditionelle

„My home is my castle“ ist Ihr Motto. Egal was in der Welt da draußen passiert, Ihr Zuhause ist Ihre sichere Burg. Um sich nachts optimal zu erholen, brauchen Sie Verlässlichkeit und das gute Gefühl, dass manche Dinge so bleiben, wie sie sind. Das darf man auch ruhig sehen. Massivholz und gedeckte Töne strahlen beruhigende Beständigkeit aus, wenn Sie sich abends gerne im Flanell-Schlafanzug unter die karierte Decke legen. Gleichzeitig ist Ihnen ein repräsentativer Anstrich wichtig. Dafür sorgen hochwertige Accessoires und der edle Teppich vor dem Bett. Vor dem Schlafen schmökern Sie gerne noch in den Klassikern der Weltliteratur, die sich ebenfalls gut auf dem Nachttisch machen.


Typ B: Der Purist

Dein ästhetischer Sinn ist so ausgeprägt, dass er auch vorm Schlafen nicht haltmacht. Nutzloser Krimskrams und farbliche Unstimmigkeiten sind Dir ein Graus. Du schläfst gerne in einem freistehenden Bett und genießt die Weite des Raums. Laken, Bettdecke, ein Kopfkissen, fertig. Bitte alles von hochwertiger Qualität und aufeinander abgestimmt. Dein Lieblingsmensch darf natürlich auch hier schlafen, am liebsten bist Du aber alleine. Denn so besteht keine Gefahr, dass irgendwer Deinen ästhetischen Kosmos durcheinanderbringt. Und perfekt aufeinander abgestimmte Farben und Formen bereiten Dir zusammen mit dem wohltuenden Rascheln Deiner Seidendecke nun einmal die größte Erholung.


Typ C: Der Harmonische

Am besten schlafen Sie, wenn Sie sich sicher und geborgen fühlen. Dafür brauchen Sie Ihren Lieblingsmenschen im Arm und möglichst viele bunte Kissen. Auch Ihre besten Freunde kommen gerne zu einer gemütlichen Pyjama-Party vorbei. Mit einer Wand am Kopfende fühlen Sie sich besonders geschützt. Diesem Bedürfnis ordnen Sie ästhetische Fragen ohne zu zögern unter. Das alte Schaf von der Patentante hat seine besten Zeiten hinter sich und auch Sie sind aus dem Kuscheltieralter eigentlich schon raus? Egal, das Schaf hat trotzdem einen Ehrenplatz im Bett. Genauso wie das beruhigende Lavendelkissen, das kuschelige Lammfell und die Schlafbrille aus Samt.


Typ D: Der Freestyler

Das Bett ist für Sie ein Spielfeld Ihrer Kreativität. Hier toben Sie sich aus und improvisieren. Passende Bezüge für Kissen und Decken? Ist was für Spießer. Kein Kissen da? Egal, ein alter Hoodie tut’s auch. Eher findet man im Bett Notizblock und Stift zum Ideenaufschreiben oder Reste des Take-aways von letzter Nacht. Ihr kreatives Mastermind ruht niemals. Egal, was passiert, Sie sind immer im Flow.