Carpet Design Meets Art: Szenografische Möbel mit OBJECT CARPET im Kunstmuseum Stuttgart

Carpet Design Meets Art: Szenografische Möbel mit OBJECT CARPET im Kunstmuseum Stuttgart

Unkonventionelles Design, expressive Farbwelten und wertvolle Materialien: Die innovativen Kollektionen von OBJECT CARPET inspirieren und überzeugen durch ihre unvergleichliche Wandelbarkeit. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Verschmelzung aus farbprächtiger Optik und sinnlichen Texturen ist typisch für den Teppichspezialisten aus Denkendorf und bietet enormen kreativen Freiraum.

Für die Ausstellung „zwischen system&intuition – Konkrete Künstlerinnen“, einer Kooperation des Stuttgarter Kunstmuseums und der ABK Stuttgart, gestalteten Nele Esteban Dettmar, Katharina Trilken, Lucy Ann Guth und Kathrin Alischer eine spektakuläre Ausstellungsarchitektur. Hybride Sitz- und Anlehnelemente schaffen dabei außergewöhnliche Sitzgelegenheiten und sorgen mit POODLE, SILKY SEAL und MADRA von OBJECT CARPET für ein einzigartiges Erlebnis und spannende Blickwinkel.

Über die Ausstellung

Zum ersten Mal ist eine Gruppe konkreter Künstlerinnen Thema einer Ausstellung in Deutschland. Ausgewählt wurden zwölf Künstlerinnen, die größtenteils Beziehungen untereinander, zu Stuttgart, beziehungsweise der Region um Stuttgart und zur Sammlung des Kunstmuseums Stuttgart haben. Beleuchtet werden Leben und Werk, die Ausbildungs- und Präsentationsbedingungen für Frauen vor und nach 1945 sowie Förder*innen und Netzwerke. Erstmals wird auch die Rolle wegweisender Galeristinnen berücksichtigt, die sich für konkrete Kunst eingesetzt haben. Die Ausstellung zeichnet die soziologischen Aspekte der weiblichen Biografien nach. So wird sichtbar, wie diese die künstlerische Entwicklung des jeweiligen Lebenswerks und dessen Aufnahme in der Öffentlichkeit beeinflusst haben.

Ort: Kunstmuseum Stuttgart, Laufzeit: 26. Juni – 17. Oktober 2021, Öffnungszeiten: Mo: geschlossen, Di bis So: 10 – 18 Uhr, Fr: 10 – 21 Uhr, Infos: https://www.kunstmuseum-stuttgart.de


Über die Ausstellungsgestaltung

Aufbauend auf einem interdisziplinären Entwurfsseminar im Wintersemester 2020/21 gestalteten und realisierten Nele Esteban Dettmar, Katharina Trilken, Lucy Ann Guth und Kathrin Alischer, vier Studentinnen aus den Studiengängen Architektur, Textildesign Industrial Design, die Ausstellungsarchitektur in Form von Vitrinen und Sitzgelegenheiten für die Ausstellung „zwischen system&intuition – Konkrete Künstlerinnen“, die vom 26.06.2021 bis zum 17.10.2021 im Kubus des Kunstmuseum Stuttgart stattfindet.

Durch die szenografische Gestaltung wird ein Raum geschaffen, in dem die Besucher*innen einen vielfältigen Einblick in die Welt der Konkreten Künstlerinnen erhalten. Entworfen wurden Vitrinen und Sitzelemente, welche die Ausstellung um taktile Erfahrungen und perspektivische Wechsel ergänzen.

Form und Farbe spielen in der Konkreten Kunst eine zentrale Rolle. Diese Merkmale bilden die Grundlage für die räumliche Gestaltung. Prägnante, wiederkehrende Formen und Farben werden aus den Exponaten extrahiert, grafische Elemente der ausgestellten Kunstwerke aufgegriffen und in einen Farb-, Form- und Materialkatalog für die Ausstellungsmöbel übersetzt. Ausgehend von der Denkungsweise konkreter Kunst, werden möglichst ehrliche und unbehandelte Materialien wie Schaumstoff, Spanngurte und Kunststoffrohre verwendet. Entsprechend der Arbeitsweisen der Künstlerinnen sind Perspektivwechsel ein charakteristisches Element für die Gestaltung der Vitrinen und der Sitzelemente. Um den Fokus auf die einzelnen Kunstwerke zu legen, werden größere Ausstellungsmöbel zu Vitrinenlandschaften aufgelockert und ermöglichen so eine eigenständige Betrachtung der individuellen Exponate. Die ausgestellten Kunstwerke befinden sich auf unterschiedlichen Höhen und können auf diese Weise aus verschiedenen Winkeln betrachtet werden.

Die entworfenen Sitzelemente gehen über den alltäglichen Begriff des Sitzens hinaus und laden zum aktiven Verweilen ein. Die Besucher*innen sind aufgefordert, sich an die Wand zu lehnen, auf den Boden zu legen, hin und her zu wippen, Zusammenhänge zwischen den Kunstwerken zu entdecken und sich in die Perspektive der Künstlerinnen zu versetzen.

Über die Ausstellungsmöbel

„Wie nehmen wir Kunst im Museum wahr?“

Mit dieser Fragestellung startet das interdisziplinäres Gestaltungsteam, bestehend aus den vier Studentinnen Nele Esteban Dettmar, Katharina Trilken, Lucy Ann Guth und Kathrin Alischer, aus den Studiengängen Architektur, Textildesign Industrial Design, in die szenografische Inszenierung der Ausstellung  „zwischen system&intuition: KONKRETE KÜNSTLERINNEN“ im Kunstmuseum Stuttgart. Die entstandenen Sitzmöbel und Vitrinen setzen sich mit den Themen Wahrnehmung, Interaktion sowie Perspektivwechseln auseinander.

Prägnante, wiederkehrende Formen und Farben werden aus den ausgestellten Kunstwerken extrahiert, grafische Elemente der ausgestellten Kunstwerke aufgegriffen und in einen Farb-, Form- und Materialkatalog für die Ausstellungsmöbel übersetzt. Die von uns gestalteten Ausstellungsmöbel ergänzen die ausgestellten Kunstwerke als eigenständiger Teil der Ausstellung. Die Möbel greifen den Farb- und Formcharakter der ausgestellten Werke auf und erweitern diese um taktil-visuelle Eigenschaften. Sitzelemente und Vitrinen sind eine Antwort auf die Frage, wie wir Kunst im Museum direkter wahrnehmen können.

Zu den gestalteten Sitzmöbeln gehören neben Bänken und Hockern aus Rohr und Schaustoff, Boden- und Wandteppiche sowie hybride Sitzgelegenheiten. Die vier Teppichelemente bieten Gelegenheiten zum Verweilen und Betrachten der Kunstwerke und erweitern das visuelle Erlebnis um haptische Momente. Wie würde sich die Wahrnehmung verändern, wenn Besucher*innen statt auf einer Bank zu sitzen auf einem Teppich liegen würden?

Der visuelle Charakter der Konkreten Kunst wird über die in den Möbeln eingesetzten Materialien taktil erfahrbar. Die aus den Kunstwerken extrahierten Farben und Formen können von den Besucher*innen angefasst werden und stimulieren so deren Tastsinn, welcher ein erweitertes Verständnis der Gemälde fördert. Die textilen Flächen der Teppiche von OBJECT CARPET laden zum Anlehnen ein und geben den Besucher*innen Zeit sich auf gegenüberliegende Kunstwerke zu konzentrieren.

Da textile Kunstwerke unter Glashauben geschützt werden müssen, kann deren stofflicher Charakter nur rein visuell wahrgenommen werden. Durch den Einsatz eines Wandteppichs in dem Ausstellungsraum können Besucher*innen während der visuellen Betrachtung zusätzlich taktilen Kontakt zu der textilen Oberfläche des Teppichs von OBJECT CARPET aufnehmen. Es entsteht eine Brücke zwischen dem Kunstwerk und dem Anlehnelement. Durch die vorgenommene Umgestaltung der Museumsmöbel, kann so eine gesteigerte Nähe zu der ausgestellter Kunst geschaffen werden, welche den Besucher*innen sonst verwehrt bleibt.

Szenografische Möbel
Ausstellunggestaltung
Kunstmuseum Stuttgart

Design: Katharina Trilken, Lucy Ann Guth, Nele Esteban Dettmar, Kathrin Alischer

Entstanden im Rahmen des interdisziplinären Entwurfseminars an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zur „Szenografische Inszenierung der Ausstellung zwischen system&intuition: KONKRETE KÜNSTLERINNEN“ im Kunstmuseum Stuttgart unter Betreuung von Prof. Veronika Aumann, AM Karin Schulte und Prof. Tobias Walliser im Sommersemester 2021.