Moderne Teppichlösungen verbinden heute Ästhetik und Verantwortung – vorausgesetzt, sie sind von Grund auf ökologisch oder idealerweise kreislauffähig konzipiert. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür liefert der Rote Teppich des weltberühmten Filmfestivals Berlinale. Sein sortenreiner Aufbau, die hohe Recyclingfähigkeit und ein innovatives technologisches Verfahren machen ihn zum glamourösen Botschafter für echte Nachhaltigkeit.
Umweltprobleme im Bodenbelagssektor
Teppichböden gehören zu den am häufigsten eingesetzten Bodenbelägen im Objekt- und Eventbereich. Das liegt an ihrer gestalterischen Flexibilität, ihrer Akustikwirkung und der angenehmen Haptik. Sie finden deshalb gern in Büros und Hotels Verwendung, in öffentlichen Gebäuden und bei Großveranstaltungen aller Art. Obwohl meist in großen Flächen verlegt, währt ihr Lebenszyklus dabei verhältnismäßig kurz – eine Eigenschaft, die sie mit zahlreichen anderen Bodenlösungen teilen. Grund dafür sind regelmäßige Umbauten und Renovierungsarbeiten. Bei temporären Anlässen wie Messen oder Festivals beschränkt sich ihr Einsatz mitunter sogar auf nur wenige Tage.
Diese begrenzte Nutzungsdauer bringt ökologische Herausforderungen mit sich. Wie viele moderne Bodenbeläge bestehen auch konventionelle Teppichböden aus komplexen Materialverbünden: Sie umfassen Garne, Latex, Kleber und zahlreiche Füllstoffe, häufig in Kombinationen aus 10 bis 20 verschiedenen Materialien. Ist die Lebensspanne eines Teppichs abgelaufen, lässt sich dieser Stoffmix kaum oder nur mit hohem technischem Aufwand wieder trennen – was eine Wiederverwertung stark erschwert oder wirtschaftlich unrentabel macht. In der Praxis führt das dazu, dass ausrangierte Teppichböden unter den gegenwärtigen Entsorgungsstrukturen häufig als Sondermüll behandelt werden. Als solcher werden sie überwiegend verbrannt oder deponiert. Bei diesem Prozess gehen wertvolle Rohstoffe verloren, das Müllaufkommen ist enorm, die CO₂-Belastung immens. Hinzu kommt, dass viele Teppichböden – ähnlich wie andere Baustoffe im Objektbereich – mit Chemikalien gegen Schmutz oder Feuer behandelt sind, was beim Entsorgen zusätzliche Emissionen verursacht. Auf diese Weise zeigt sich ein strukturelles Nachhaltigkeitsproblem, das den gesamten Bodenbelagssektor betrifft.
Berlinale-Teppich als Nachhaltigkeitsbotschafter
Wie sich diesen Herausforderungen begegnen lässt, demonstriert ein prominentes Beispiel – nämlich Deutschlands wichtigstes Filmfestival. Wenn sich vom 12. bis 22. Februar 2026 die internationale Filmszene auf der 76. Berlinale einfindet, rückt traditionell der Rote Teppich ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der stammt wie schon in den Jahren zuvor vom renommierten Hersteller OBJECT CARPET. Das Unternehmen aus Denkendorf bei Stuttgart hat sich der Entwicklung recycelbarer Teppichlösungen verschrieben, die eine Rückführung sämtlicher Komponenten in den Materialkreislauf ermöglichen. Ziel ist, keine Produkte mehr zu fertigen, die nach ihrer Nutzung zu Abfall werden.
Seine außerordentliche Umweltbilanz verdankt der Berlinale-Teppich einem neuartigen, wegweisenden Herstellungsverfahren: Die sogenannte DUO-Technologie erlaubt es, Teppiche zu fertigen, die gänzlich ohne Füllstoffe hergestellt werden. Stattdessen bestehen sie lediglich aus Polyester und Polyamid. Verbunden sind beide Materialien durch einen innovativen Kleber, der sich beim späteren Recyclingprozess durch bloße Hitzeeinwirkung lösen lässt. So können sie nach jedem Nutzungszyklus einfach getrennt und mehrmals hochwertig recycelt werden. Als zentraler Baustein des Berlinale-Teppichs erweist sich zudem der Einsatz von ECONYL®-Garn: Es stammt von Aquafil, einem in Italien ansässigen Experten für Synthetikfasern und wird aus Abfällen wie ausgedienten Fischernetzen und Industrieabfällen gewonnen. Wegen seines reduzierten Gewichts verursacht der Teppich weniger CO² beim Transport und ist darüber hinaus unkompliziert verlegbar.
Aufforderung an die Bodenbelags- und Eventbranche
OBJECT CARPET-Geschäftsführer Daniel Butz sieht im prominenten Teppich auch eine öffentlichkeitswirksame Aufforderung an die eigene Branche: „Der Berlinale-Teppich veranschaulicht, dass selbst temporär verwendete und intensiv genutzte Teppichlösungen durch gezielte Materialwahl und hochwertige Recycelbarkeit zum Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit werden können.” Auch die Intendantin der Berlinale Tricia Tuttle zeigt sich über ihren „grünen” Roten Teppich sehr erfreut: „Der Rote Teppich steht für die einmalige Magie des Kinos und schafft eine wunderbare Nähe zwischen Stars und Publikum”, so Tuttle. „Umso schöner ist für uns, dass dieses ikonische Symbol auch zum nachhaltigen Wandel in der Teppichindustrie anregen kann.”
– – –
Kurzinterview mit Tricia Tuttle
Frau Tuttle, wie wichtig ist Ihnen, dass auch sichtbare Elemente des Festivals – wie etwa der Rote Teppich – ökologische Werte verkörpern?
Verantwortung zu übernehmen ist uns ein zentrales Anliegen, sowohl in sozialer, ökonomischer als auch ökologischer Hinsicht. Die Berlinale arbeitet seit Jahren daran, mehr Nachhaltigkeitsprojekte in sämtliche Bereiche des Festivals zu integrieren. Solche Maßnahmen erschließen sich am besten, wenn sie unmittelbar gesehen und erlebt werden können. Der recycelbare Rote Teppich bietet dafür ein perfektes Beispiel.
OBJECT CARPET und die Berlinale verbindet eine langjährige und erfolgreiche Partnerschaft. Welche Kriterien muss ein Unternehmen erfüllen, um Partner der Berlinale zu werden?
Gegenseitige Wertschätzung und ein Dialog auf Augenhöhe sind uns außerordentlich wichtig. Neben der finanziellen Unterstützung bleibt das Ziel, gemeinsam mit unseren Partnern einen spürbaren Mehrwert für unser Publikum und/oder unsere Gäste zu schaffen – und auf diese Weise das Festival-Erlebnis entscheidend zu bereichern.
Welche Rolle spielt der Rote Teppich für die Marke Berlinale?
Der Rote Teppich ist das Aushängeschild eines jeden Filmfestivals! Hier finden die glamourösen Momente statt, die Filmfans aus aller Welt so begeistern. Denken Sie allein an die Stars, die im vergangenen Jahr hier aufgetreten sind: Margaret Qualley, Marion Cotillard, Robert Pattinson… Oder Timothée Chalamet in dieser pinken Weste!
– – –
Kreislauffähige Teppichlösungen bei der Berlinale
DUO-Technologie: Teppiche bestehen nur aus Polyester und Polyamid, verbunden durch einen Polyester-Kleber, der sich beim Recycling durch Hitze löst. Keine Füllstoffe, keine Mischmaterialien. Der Beschichtungsprozess benötigt bis zu 95 % weniger Energie als konventionelle Teppichbeschichtungsverfahren und kommt vollständig ohne Wasser aus. Durch die DUO-Technologie werden bis zu 40 % Material eingespart.
Nahezu unendliche Wiederverwertbarkeit: Nach jedem Nutzungszyklus lassen sich die Teppiche vollständig trennen und anschließend wiederverwerten.
Robust und praktikabel: Bis zu 100.000 Besucher:innen flanieren über den Teppich, selbst bei wechselnden Wetterbedingungen.
Leicht und effizient: Einfaches Verlegen und Sammeln von Restmaterialien, die erneut recycelt werden.

